Sonntag, 7. Oktober 2007

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Zielgruppenorientierte Gottesdienste my ass.

Sitze gerade im Bonner Café Göttlich, in dem ich während meines Studiums damals immer verkehrte. Eben spielte sich folgender grossartiger Dialog mit der Bedienung ab:

Ich: "Ich hätte gerne noch ein Ei."
Sie: "Einen HAI?"
Ich: "Nein. Ein Ei. Haie standen nicht auf der Karte."
Sie: "Ach so, sorry. Ich bin neu und kenne die Namen noch nicht alle."


Ich wollte an diesem Wochenende gerne einen Gottesdienst besuchen. In meine alte Baptistengemeinde zu gehen, wäre allerdings das Letzte, das mir in den Sinn gekommen wäre. Ich habe ein bisschen im Netz nach einer Kirche gesucht und wäre gerne mal zu den Jesusfreaks nach Köln gegangen, weil die Leute auf den Photos nett aussahen. Leider haben sie es nicht geschafft, Ort und Zeit ihrer Gottesdienste auf ihrer website bekannt zu geben und hielten es auch nicht für nötig, auf meine mail zu antworten.

Ich bin dann heute morgen nach Bonn in eine Gemeinde gegangen, die sich auf ihrer website betont "hip" gab, und die mir nicht ganz fremd war, weil ich schonmal in Berlin bei einem Gottesdienst einer Gemeinde dieser Kriche war. Interessanterweise war der Gottesdienst sehr ähnlich zu der Berliner Gemeinde, was in mir kurz eine Franchising-Vermutung auslöste. Sie hatten allerdings keine Band, sondern sangen zu christlichen Mainstream-Rocksongs von CD. Ansonsten gabs eine Ansage, die "worship" Zeit, eine Predigt und eine Einladung, doch zum essen zu bleiben. Wäre ich vielleicht auch, wenn mich die Predigt nicht so befremdet hätte.

Die zentrale Aussage war: Wenn man keine Leidenschaft für Gott empfindet, die sich in einem expressiven Anbetungsstil ausdrückt, hat man ein Problem mit Gott. Das wäre nämlich ein Hinweis darauf, dass man keine echte Beziehung zu ihm hätte, sondern ihn nur wie einen Automaten behandeln würde. Na schönen Dank auch.

Was mir in letzter Zeit immer häuffiger auffällt und was mir auch beim Lesen der Flyer jener Gemeinde aufgefallen ist, ist der Anspruch vieler Gemeinden, "für" eine "junge Generation" o.s.a. Kirche "anbieten" zu wollen. Jene Gemeinde benutze sogar den Begriff "professioneller Gottesdienst". Irgendwie scheint es immer noch darum zu gehen, Angebote zu schaffen von denen man dann erwartet, dass sie von der "Zielgruppe" auch gefälligst genutzt werden sollen.
Junge Menschen hören ja immer so Rockmusik, dann müssen wir eben auch Rockmusik im Gottesdienst haben. Und dann sind sie ja alle immer so visuell geprägt und wir wollen ja nicht von gestern sein, dann drehen wir also Videoclips mit 120 Schnitten in der Sekunde und vielen bunten Lichtern, wie die das ja von MTV kennen.

Als ob man den Gottesdienst für die Menschen machen würde. Was für ein komischer Gedanke. Der von McLaren neulich verlinkte Trevin Wax schreibt völlig zu Recht, dass es nun wirklich nicht die Musik ist, die die "jungen Leute" in die Gemeinde treiben würde, und ich möchte ergänzen: Es ist auch nicht das "Angebot", von dem irgendjemand glaubt, damit würde man irgendjemand anderen erreichen.

Es ist schlicht die Gemeinschaft - persönliche und ehrliche Beziehungen, die nichts verkaufen wollen und das Gegenüber ernst nehmen - und nicht nur als Bekehrungsopfer wahrnehmen.

Dann könnte ein Gottesdienst nämlich so aussehen: Jeder bringt etwas mit, was ihm wichtig ist. Die Musik, die wir machen ist die, die wir sonst auch hören. Die Gedichte, die wir vorlesen, finden wir gut und liegen uns am Herzen, weil wir die gut finden und sie uns am Herzen liegen. Mit der show, die wir machen, wollen wir unsere Liebe zu Gott ausdrücken und niemanden "ansprechen". Alle können mitmachen, nicht nur die, die sich am lockersten auf der Bühne geben.

Ich denke, es ist ein Irrglaube, dass postmoderne Menschen nur an irgendetwas Interesse haben, weil es "professionell" präsentiert ist. Wenn dahinter nicht eine offene, Gott liebende und sich umeinander kümmernde Gemeinschaft steht, und der Gottesdienst nicht ein ehrlicher Ausdruck davon ist, dann wird die ganze Mühe nicht viel nützen.

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